Die Frage, wie lange sich die Zinsen noch auf dem oft erwähnten historischen Tiefpunkt halten werden, ist legitim. Angesichts wieder etwas Mut machender Berichte aus der Wirtschaft und weniger ermutigender Inflationsszenarien wächst die Sorge vieler Häuslebauer vor steigenden Zinsen.
Zahlreiche Immobilienkunden nutzen deshalb die Möglichkeit, sich schon heute die derzeit günstigen Darlehensbedingungen für Kredite zu sichern, die sie erst zukünftig benötigen. Das dafür geeignete Produkt nennt sich Forward-Darlehen und bedeutete bis dato nichts anderes als eine heute schon fixierte Anschlussfinanzierung für die Zeit nach Ablauf bestehender Zinsbindungen.
Nun sollen auch die Bauwillige, deren Projekt schon präsentierbar ist, die aber noch keine Finanzierungsmittel benötigen, aufatmen können. Der Kreditvermittler HypothekenDiscount wirbt aktuell damit, auch Erstfinanzierern Forward-Darlehen vermitteln zu können. Angesprochen werden sowohl Käufer von Bauträgerobjekten, die noch auf den Beginn der Baumaßnahme warten müssen, als auch Kunden, für deren Haus die Planung abgeschlossen ist, der Baubeginn aus welchen Gründen auch immer aber erst für das Frühjahr 2011 vorgesehen ist.
Voraussetzungen für das Forward-Darlehen
Voraussetzungen für ein derartige Forward Darlehen sind komplette bautechnische Unterlagen; bei positiver Kreditentscheidung kann der Hausbesitzer für eine Finanzierung in Höhe von bis zu 54 Prozent des festgestellten Verkehrswertes die künftig zu zahlenden Zinsen vorzeitig sichern. Die Konditionen sollen trotz ab dem 16. Monat zu zahlender Forward-Aufschläge bei einem Vorlauf von zwanzig Monaten knapp unter 4% liegen.
Keine neue Idee
Das klingt schön, ist aber nicht neu: Auch vor der revolutionären Entwicklung des Forward-Darlehens war es möglich, Konditionen vorab zu sichern: Notwendig waren dazu eine positive Objekt- und Bonitätsprüfung, die auch der HypothekenDiscount seinen Kunden nicht ersparen kann. Das Produkt nannte sich Immobiliendarlehen, und die Vorlaufzeit wurden mit Bereitstellungszinsen in Höhe von in der Regel 0,25% pro Monat bezahlt, die je nach Institut ab Vertragsabschluss oder nach einer Karenzzeit von bis zu neun Monaten zu zahlen waren.
Bei einem Vorlauf von einem Jahr und 15jähriger Zinsbindung bewirken auf ein ganzes Jahr gerechnete 3% Bereitstellungszinsen eine Zinsverteuerung um 0,20 Prozentpunkte. Derzeit für altbewährte Immobiliendarlehen mit entsprechenden Laufzeiten angebotene gebundene Sollzinssätze von 3,75% bis 3,80% bedeuten für den Bauherrn mit etwas Verhandlungsgeschick Konditionen, die mit dem Forward-Darlehen vergleichbar sind. Alles andere wäre tatsächlich überraschend.
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